Mr Lush S4E4 - DadaIstMuss
von MM I Manager Online
Thomas atmet ein, Thomas rastet aus. „Oh mein Gott.“ In Situationen wie diesen war Lush auf einmal dann immer sehr gläubig. Er musste Mafalda – den betrunkenen Engel ohne Flügel – anrufen.
Hatte er eigentlich ihre Nummer? War er verliebt oder einfach nur sozial vernachlässigt? „Ne.“, er hatte ja einen Grund sie anzurufen; ohne den käme klar raus, dass zweiteres der Fall wäre.
Dass er trotzdem verliebt war, wäre für jeden anderen Menschen ein Grund zur Freude; für Lush führte es aber eher zu strammen Fluchtgefühlen. Lush verliebt?! Das ist wie Basketballspielen in einem Minenfeld: in den sicheren sozialen Suizid verdribbelt.
Devise: Runterkommen. Zur Verfügung stehende Medikamente: Fenster auf, Telefon zur Rezeption, um nach Tabletten und einem halben Liter Orangensaft zu fragen, heiße Dusche mit unvernünftigem Shampoo- und Seifenmissbrauch und halbwegs saubere, neue Kleidung. Viel hilft viel – einfach alles auf einmal.
Fenster geöffnet – die windige Kälte war die gerechte Bestrafung für die Nutzlosigkeits seines Seins. Während des Telefonats mit der Antilopen-Rezeptionisten übergab sich Lush in den „Papierkorb“ neben dem herzförmigen Bett. Hörbares Augenrollen durch den Telefonhörer. „Eine Elektrolyttablette, Sprudelwasser und Orangensaft in rauen Mengen ist auf dem Weg zu Ihnen. Eine dadaistische Hühnersuppe ebenfalls.“ Lush schlurfte durch das Bällebad an Eigenmitleid in die Waschräume, gleitete währenddessen besonders ungeschickt aus seinen verrauchten Klamotten und verbrühte sich in den ersten Sekunden an dem heißen Wasserstrahl – die Dusche in seiner Londoner Wohnung brauchte immer fünf bis zehn Minuten bis sie warm wurde.
Was ein Start in den Tag…