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10. Januar 2021

Warum ich nur noch schwarze Schuhe trage?

by

Maximilian Mogg

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich anfing, mich mit Stil zu beschäftigen: damals – im zarten Alter von 13 Jahren – in Form einer GQ. Schnell interessiert, begann ich mit den Augen zu lernen, was die damaligen Designer in Sachen Struktur- und Farbspiel für gut hielten und wie Proportionen funktionieren können. Ohne viel Zeit verlieren zu wollen, kamen verschiedene weitere Quellen dazu: Bücher, Blogs, Videos, Filme etcetera. Mein Drang nach Wissen war unersättlich! Über die Jahre hinweg wich aber der fohlenhafte unvoreingenommene Blick einem überpatronisierten, überschulten, vor auswendig gelerntem Regelwerk triefendem – ja, vielleicht sogar besserwisserischem – Blick. Bis ich mir eines Tages die Frage stellte: Ja, aber was ist denn nun mein eigener Stil?Willkommen zu einer neuen Serie an Kommentaren, die versucht, dem Hang zum Regelzwang vieler Herren entgegenzuwirken.

Mein erstes Thema sind Schuhe. …und nach der vorangegangenen Einleitung klingeln in den Ohren vieler wahrscheinlich schon Regeln wie „No brown after six.“, „No brown in town.“ „Schuhe immer mit Doppelschleife zubinden.“, „Kein Klettverschluss.“ und weiterer Quatsch für Menschen, die sich mit der Kneifzange die Hose zu machen.

Ich hatte da letztens eine Epiphanie in Form eines Schuhpaars, das Herr Leonard Kahlcke für mich gefertigt hat: Ein Wholecut Loafer mit Full-Strap aus schwarzem Kalbsleder.

Bei Design und Erstellung des Modells war es unser gemeinsames Ziel, einen förmlichen Schuh zum Anzug – vielleicht sogar zum dinner jacket – zu schaffen, der aber aufgrund seiner formal-ästhetischen Eigenschaften genauso gut zur Jeans funktioniert. Eine eierlegende Wollmilchsau? – Ganz genau!

Hierbei habe ich nun endgültig festgestellt, was mir mein Bauchgefühl – wenn ich ehrlich bin – schon von Anbeginn der Zeit gesagt hat: „Braune Schuhe gefallen mir nicht und brauchen tust Du sie eigentlich auch nicht.“ Ich kann sie vielleicht an anderen Menschen sehen, ohne dass mir dabei speiübel wird, aber für mich persönlich ist Braun nichts. Schwarz ist meine Farbe: schwarzes Velour, schwarzes Wasserschwein – auch bekannt als Peccari –, schwarzes Kalb, schwarze Eidechse, schwarzer Alligator, schwarzer Hai… die Liste ist endlos. Nicht nur dass mir die Farbe besser gefällt und ich mich in der Stadt und am Land damit wohler fühle, auch der gnadenlose Vorteil, dass eine Variable beim Entschluss meiner Schuhwahl herausfällt, gibt mir, um es mit den Worten von Marie Kondo zu sagen, ‚Joy‘!

Um die in diesem Moment auf mich zugaloppierenden Modelleisenbahnbauer abszuchmettern wie die Württembergische Versicherung – „Ihr Fels in der Brandung“ –, kann ich garantieren, dass man sich damit nicht eingeschränkt fühlt. Vor allem, wenn man sich die Struktur des jeweiligen Materials zu Nutze macht: Eine Haihaut ist ungleich matter und unwahrscheinlich uneben gegenüber Kalbsleder; ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass eine schwarze Haihaut noch weniger formell ist als braunes Velour. Probieren Sie es doch mal mit Gemütlichkeit bei dem Thema – und seien Sie nicht Colonel Hathi!

Mein nächster Schuh: Ein schwarzer Plain-Toe-Derby mit zwei Ösen aus schwarzer Eidechse. Die einzig wahre Wahl für einen international man of mystery: Sowohl zum doppelreihigen, grauen Flanell-Glencheck-Doppelreiher als auch zur blue jeans mit Bügelfalte und dreiknöpfigem Tweed-Sakko. Es bleibt also dabei: Ich brauche nur noch schwarze Schuhe! MM/YS

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