The smexiest men alive: Mr Richard Jones

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Maximilian Mogg

1. Wie kamen Sie zur Herrenmode? Was war Ihr erster Kontakt mit klassischer Herrenmode?

Meine Begeisterung für klassisches tailoring entwickelte ich als Teenager in den späten 80er Jahren. Was mir gefiel war oft von Hollywood-Filmen inspiriert. Die zwei, die meinen Stil besonders geprägt haben, sind The Untouchables (mit Kostümen von Giorgio Armani) und Wall Street (vor allem die Entwürfe von Alan Flusser). Ich kann mich erinnern, dass ich damals mein Taschengeld sparte, um zwei hochwertige Hemden zu kaufen: eins von Giorgio Armani und eins von Ralph Lauren. Beide waren weiß und hatten cutaway-Krägen.

2. Wie stellen Sie üblicherweise Ihre Outfits zusammen?

Ich fange stets mit dem Hemd und einer passenden Krawatte an. Alles andere richte ich daran aus. Meistens trage ich dunkle Anzüge – einfarbig, gestreift oder mit windowpane-Muster. Sie sind eine neutrale Grundlage für Hemd, Krawatte und andere Accessoires. Anschließend ergänze ich Boutonnière, Einstecktuch und Socken in Farben, Mustern und Texturen, die zum Ensemble passen.

3. Tipps für Anfänger?

Wählen Sie Kleidungsstücke, die SIE ansprechen und mögen. Verfallen Sie modischen Trends nicht zu sehr und betrachten Sie Kleidungsstücke als Langzeitinvestition. Der wichtigste Punkt ist jedoch, einen guten Schneider zu finden, der Sie darin unterstützt, einen eigenen Stil zu entwickeln. Anmerkung der Redaktion: Wir kennen da einen, der Ihnen gefallen könnte.

4. Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Recht formell: Ich trage immer Anzug und Krawatte aber mit einem gewissen Twist in Form von markanten Accessoires. Wie bereits erwähnt sind meine Anzüge eher konservativ. Deshalb nutze ich das Drumherum für Statements.

5. Wo finden Sie stilistische Inspiration? Wer sind Ihre Vorbilder?

Filme haben mich schon immer inspiriert. Neben den oben genannten faszinieren mich auch der Stil von Robert Redford in The Great Gatsby (mit Kostümen von Ralph Lauren) und Michael Caines Auftreten in The Italian Job und Get Carter (in beiden Filmen kommen die Anzüge von Douglas Hayward). Darüber hinaus gibt es viele kleine Details aus allen Epochen, die ich aufgreife. Keine Epoche hat den Stil gepachtet – stellen Sie Kleidungsstücke also nach Belieben zusammen.

6. Welche Marken gefallen Ihnen zurzeit am besten und weshalb?

Ein Berliner Schneider namens Maximilian Mogg (vielleicht haben Sie von ihm gehört), der bereits meine Hemden anfertigt und früher oder später auch einen Auftrag für Anzüge erhalten wird. Darüber hinaus bin ich auch meinem Londoner Schneider, Timothy Everest, und den Hemdenmachern Turnbull & Asser sehr verbunden. Diese exzellenten Häuser besuche ich aufgrund meines Umzugs nach Berlin nur noch selten, aber ich werde immer ein Faible für sie haben.

7. Haben Sie ein Lieblingsstück und gibt es Dinge, die Sie niemals tragen würden?

Meine beiden Hemden von Max sind derzeit absolute Favoriten. Zu den Dingen, die ich niemals tragen würde: Eine Schleife zum lounge suit (das passt für mich nur zu einem dinner jacket) und eine Ascot-Krawatte käme mir auch nicht in den Sinn.

Fünf kurze Fragen

Ihr Lieblings-Bond?

Ich muss ein wenig schummeln: alle mit Sean Connery. Vermutlich Goldfinger, wenn ich mich tatsächlich auf einen einzigen festlegen muss. Eine etwas ironische Wahl, wenn ich darüber nachdenke, dass mir sein Stil, im Vergleich zu anderen Bonds, nicht so gut gefällt. Seine Anzüge und Krawatten sind schlichtweg zu schmal und zu stark auf den Körper geschnitten. George Lazenby bekommt eine ehrenvolle Erwähnung für sein Auftreten in On Her Majesty’s Secret Service. Ich verzeihe ihm sogar das Tragen eines Einreihers mit zwei Knöpfen (mehr dazu später). Pierce Brosnan war ebenfalls ein stilsicherer 007 – genauso wie Roger Moore. Daniel Craig gefällt mir in den aktuellen Filmen weniger gut, wobei Ralph Fiennes, als M, hervorragend gekleidet ist.

Ihre Lieblingsfarbe für Hemden?

Pink – ohne Zweifel. Meiner Frau gefällt das auch sehr gut an mir.

Ihr Lieblings-Schuhmodell?

Zum Anzug: schwarze Oxfords oder Monk Straps (NIEMALS Brogues). Gelegentlich auch schwarze Loafer. Am Wochenende meistens Loafer aus Wildleder. Alternativ dazu: Monk Straps oder Desert Boots.

Break or no break?

No break. Socken sind für mich ein wichtiger Bestandteil meines Outfits und Hosen, die eine Falte über dem Saum bilden verdecken diesen Teil des Ensembles, der ein individualisiertes Auftreten ermöglicht.

Zweireiher oder Einreiher?

So sehr ich den Zweireiher auch liebe, meine Frau ist der Meinung, dass mir Einreiher besser stehen. Daran habe ich mich in den vergangenen 23 Jahren auch gehalten. Abgesehen davon ist Max jedoch auf dem besten Weg, mich vom Zweireiher zu überzeugen. Bei einreihigen Anzügen würde ich entweder einen oder drei Knöpfe wählen. Einreiher mit zwei Knöpfen sind meines Erachtens zum Scheitern verurteilt. Ich finde, sie wirken zu nüchtern und phantasielos. ‚Gewöhnlichkeit‘ und ‚Stangenware‘ sind Begriffe, die mir hierzu in den Sinn kommen. Dennoch ist mir bewusst, dass auch viele renommierte Schneider diesen Stil anbieten.

RJ/YS/MM