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27. November 2019

The Mad Tailor – Wenn ich nur einen Mantel hätte, …

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Florian Martin Jacob Blau

Ein guter Mantel ist definitiv eines der wichtigsten Investments, die man beim Aufbau einer Garderobe berücksichtigen sollte. Hauptverantwortlich dafür ist einerseits der Fakt, dass man ihn im Winter wahrscheinlich fast täglich trägt. Zusätzlich begleitet ein vernünftiges Exemplar seinen Besitzer deutlich länger als jeder Anzug – durch den in der Regel ziemlich schweren Stoff; schließlich soll das gute Stück auch noch warm halten. Aus diesen Gründen pflege ich mit meinen Mänteln einen fast schon zärtlichen Umgang.  Sie können sich sicher vorstellen, wie sehr es schmerzt, diese treuen Begleiter im Frühling für ein gutes halbes Jahr wieder in den Schrank zu sperren. Bevor ich mich jetzt aber in Sentimentalitäten verliere, präsentiere ich lieber meine Gedanken zu diesem Thema.

Ein Mantel für alle Fälle!?

Ich gebe zu, bei dem Titel dieses Absatzes möglicherweise ein wenig übertrieben zu haben, denn den einen Mantel, der zur jeder Garderobe passt und über jedem Outfit getragen werden, kann existiert nicht. Deshalb muss man zwangsläufig erst einmal zu seinem Kleiderschrank gehen und die Türen weit aufreißen … leider nicht für einen Besuch in der Welt von Narnia.  Auch geht es nicht primär darum, den Anblick der tief einatmenden Klamotten, die einen wie einen guten Freund begrüßen, zu genießen. Tatsächlich nutzt man die Gelegenheit viel eher, um zu identifizieren, welche Garderobe der Mantel erweitern und komplementieren soll. Ich gliedere in drei verschiedene Gruppen, die alle ihren eigenen Anwendungsbereich für den Mantel haben.

JB.

Der Chesterfield

Wenn das Ihnen gebotene Bild stark von Anzügen geprägt wird, die Sie täglich im Büro – oder einfach zu Ihrer eigenen Genugtuung – tragen, empfiehlt sich logischerweise ein Mantel, der zu den gleichen Gelegenheiten getragen werden kann. Meine erste Wahl wäre in diesem Fall der Chesterfield. Ein Chesterfield wird meist aus einem schweren, dunklen Tuch gefertigt und setzt sich durch seinen Samtkragen von der Mantelmasse ab. Wahrscheinlich erwartet man gar nichts anderes mehr von uns, aber auch dieses Kleidungsstück empfehlen wir in der doppelreihigen Variante. Das hat hier aber zusätzlich zu der Ästhetik den Grund, dass ein zweireihiger Mantel seinen Zweck – den Träger zu wärmen – noch deutlich besser erfüllt als sein einreihiges Gegenstück.
Ein großer Vorteil des Chesterfields ist seine Formalität. Das heißt, dass er über allen lounge suits und sogar dem Smoking getragen werden kann. Da gerade im Winter besonders viele Veranstaltungen anstehen, bei denen dieser getragen werden kann, bietet es sich an, einen Mantel zu besitzen, der dieses Szenario abdeckt, auch wenn sie noch nicht über diese Form der Abendgarderobe verfügen. Generell eignet er sich aber sehr gut für Abendveranstaltungen. Wer jetzt eine grundsätzliche Abneigung gegen den Samtkragen verspürt oder sich sonst nicht so wirklich mit diesem Mantel anfreunden kann, aber die gleiche Formalität von seinem Mantel erwartet, dem sei ein dunkelblauer zweireihiger Mantel  – vielleicht auch aus Kaschmirwolle – empfohlen. Hier sollte ebenfalls darauf geachtet werden, nicht zu viele auffällige Details zu wählen: Schließlich mildert das die Vielseitigkeit des Mantels ungemein.

Richard Gere.

Etwas weniger formell?

Wer den Anzug nur gelegentlich aus den Untiefen seines Mottenparadieses kramt und sonst auch eher zu smarten bis legeren Kombinationen greift und  gerne auch mal die Krawatte weglässt, braucht natürlich einen anderen Mantel. Dieser sollte im Optimalfall gleichzeitig alltagstauglich sein und die Gelegenheiten abdecken, bei denen ein Anzug getragen wird. In dem Fall bietet sich ein Wollmantel in einem mittelgrauen Fischgrätmuster an. Dieser kann auch mit einem dunklen Anzug noch getragen werden, lässt sich aber sehr leicht in deutlich legerere Kombinationen einfügen. Theoretisch wäre er sogar mit einer dunklen Jeans und einem Rollkragenpullover vorstellbar, obwohl er dann natürlich etwas lockerer säße als über einem Sakko. Das lässt sich zumindest an der Taille damit kaschieren, dass man über die Möglichkeit eines Gürtels nachdenkt – auch würde dieser den Mantel vom Äußeren her noch etwas weniger formell wirken lassen, weshalb er sich noch etwas besser in seinen hauptsächlichen Einsatzbereich einfügt. Hier lohnt es sich auch, über andere Merkmale, wie aufgesetzte Taschen, nachzudenken. Alternativ lässt sich über den zweireihigen „polo coat“ nachdenken, der aber in seiner auffällig beigen Farbe als erster Mantel vielleicht etwas gewagt ist. In einem dunkleren, weniger auffälligen Farbton wäre es aber auch schon fast eine sichere Wahl. Andererseits könnte man sich hier auch gut an Austin Powers Motto orientieren: „Danger is my middle name!“

Ein Greatcoat von Edward Sexton.

Der Greatcoat

Noch weniger formell sollte der Mantel sein, wenn er bewusst nur über Kombinationen oder vielleicht einem dicken Pullover getragen wird. Allerdings würde ich davon abraten, diesen Mantel als Grundstein der Sammlung auszusuchen. Er eignet sich nämlich nicht mehr als Oberbekleidung über einem Anzug, und die meisten von uns haben dann doch zumindest gelegentlich eine Veranstaltung im Terminkalender stehen, zu der wir diesen vielleicht tragen wollen oder sogar müssen. Sobald das aber von dem Kleidungsstück nicht mehr erwartet wird, wäre es sicherlich nicht hilfreich, in einen Mantel zu investieren, der lediglich den Schrank durch seine Präsenz bereichert. Dann sollte vielleicht über einen Greatcoat nachgedacht werden. Dieser ist durch seinen militärischen Ursprung sehr praktisch im Kampf gegen Wind und Kälte. Vor allem äußert sich das durch die doppelreihige Silhouette und den breiten, aufklappbaren Kragen. Im Regelfall ist er aus schwerer Wolle in entweder azurblau oder olivgrün. Aber es gibt auf jeden Fall die Möglichkeit, sich auch über andere Farben Gedanken zu machen; an dieser Stelle nur ein kleiner persönlicher Tipp: Experimentieren Sie nicht mit schwarzem Leder!

Raglanärmel?

Eine gute Alternative wäre desgleichen ein Mantel aus einem schweren Tweed. Dann vielleicht auch in einer einreihigen Form. Desgleichen wäre über Raglanärmel nachzudenken, da er dadurch einfacher abwechselnd über Sportjacken und Pullovern getragen werden kann. Normalerweise ist ein Mantel nämlich entweder darauf ausgelegt, auf die weitere Schulter des Sakkos zu passen oder eben nicht. Auch empfehle ich aufgesetzte Taschen und einen breiten Kragen, jeweils für ihren praktischen Nutzen.

Am Ende heißt das …

Am Ende heißt das, dass es den einen Mantel nicht gibt – leider müssen wir also alle Highlander-Fans hier enttäuschen.  Es gibt aber viele schöne! FB/MM/JHS

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