The Mad Tailor: Der Button-Down Kragen

Der Button-Down Kragen: ein für viele Herren leidiges Thema.  Ist es in Ordnung, ihn mit Krawatte zu tragen oder nicht? Wenn ja, wie? Passt er zum Anzug oder nicht?  Wenn ja, zu welchem? Und ist er bzw. war er jemals außerhalb des Sports formalitätskonform?

Herkunft

Der Button-Down Kragen war eine Erfindung der Polo-Spieler, die es auf den Tod nicht ausstehen konnten, wenn ihnen die Kragenschenkel beim wilden Spiel ins Gesicht klatschten.  Die amerikanische Haberdashery Brooks Brothers – wir sind große Fans – erkannte darin einen potentiellen Trend und lancierte 1896 den OCBD – Oxford Cloth Button Down – ohne Krageneinlage und mit Kragenrolle.  Die Kragenrolle rührt aus der relativ nahen Positionierung der Button-Down-Knöpfe an den Kragen, wodurch ein Kragen ohne Krageneinlage beginnt charakteristisch zu rollen.  Der Oxfordstoff ist dabei für den Sport genau die richtige Wahl, da luftdurchlässig, strapazierfähig und aufgrund seiner Textur sportkonform. Das Hemd wurde aufgrund der damals schon großen Reichweite von Brooks Brothers schnell zum Favoriten der Hollywood-Elite und damit zum amerikanischen Klassiker – Stichwort Ivy League Studenten, Preppy etc.: dabei war es egal ob Sie CEO eines großen börsennotierten Unternehmens oder einfacher Saubär sind.  Die Definition eines Klassikers.

Anwendungsgebiete

Die Anwendungsgebiete des Kragens sind klar auf den freizeitlichen und sportlichen Bereich beschränkt.  Wir sehen einen Button-Down Kragen meist ohne Krawatte – eine Strickkrawatte ist denkbar – und zu einer Kombination: Mit einer Flanellhose oder einer Jeans und dazu eine Tweed- oder karierte Jacke.  Auch zum Pullover – Crewneck, Rugby Pullover etc. – passt der Kragen gut.  Aber auch auf absichtlich amerikanische Art ist die Kombination mit einem doppelreihigen Flanellanzug und Schuhen wie Tassel Loafern oder Penny Loafern und Krawatte nicht undenkbar.   Es ist nicht wirklich chic, aber irgendwie dann doch cool – als Anspielung auf American Prep Style.  Es ist wie immer, der Träger ist der Chef.  Der Kragen wird aber ob seines Designs und seiner Herkunft wahrscheinlich nie die Krönung der Eleganz darstellen.

Colorandi causa

Erstens, wir sind derzeit an der Prototypisierung eines Zee Jerman Button Down (ZJBD) zugange: Der Stil ist ein One-Piece Collar.  Seien Sie gespannt!  Zweitens, ich finde, zu einem klassischen Oxford-Hemd gehört eine tiefe Kellerfalte – im Englischen inverted Boxpleat – im Rücken.  Das Hemd muss außerdem relativ füllig geschnitten sein und ja nicht zu körpernah.  MM/JHS

Maximilian Mogg

Kreativdirektor & Chefredakteur

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