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21. März 2021

Style Icons – Dominick Dunne

by

Bob The wardrobe builder

Die heutige Stil-Ikone, die aktuellste in unserer Serie, ist ein versierter Fachmann auf dem Gebiet des Spiels mit Hemd und Krawatte. Wie unsere regelmäßigen Leser wissen, ist Ihr Garderoben-Korrespondent (meine Wenigkeit) besessen von den Bestandteilen der Kleidung, die unter dem Anzug, zwischen den beiden Revers, getragen werden, und Dominick Dunne war ein treuer Anhänger, wenn es um Hemden und Halsbekleidung ging. 

Ich glaube nicht, dass wir so weit gehen können, Mr. Dunne als einen Universalgelehrten zu bezeichnen, aber er hatte sicherlich eine faszinierende und vielfältige Karriere. Er diente im Zweiten Weltkrieg im US-Militär und wurde dann Produzent in Film und Fernsehen. Später im Leben war Dunne auch als Schriftsteller von einigem Renommee bekannt, sowohl als Autor von Belletristik, aber auch als investigativer Journalist und regelmäßiger Mitarbeiter der Vanity Fair. Er (und seine Arbeit) hatte Bewunderer und Kritiker, wie es jemand, der in der Öffentlichkeit steht und sich mit emotionalen Themen beschäftigt, immer hat. Eines ist jedoch sicher – er war ein Mann mit einem unverwechselbaren und eleganten persönlichen Stil, und wir sind überzeugte Fans der auffälligen Hemden und Krawatten, die er trug, und des Elans, mit dem er sie kombinierte.

Ich kann bestätigen, dass Dunne ein Kunde bei Turnbull & Asser war, natürlich für Hemden, aber auch für Krawatten. Eine Internetsuche fördert mehrere Hinweise auf seine Verbindung mit (und Liebe zu) T&As glorreichen Kreationen zutage.Aber was mir die absolute Gewissheit gibt, dass DD tatsächlich ein Kunde der Bewohner der Jermyn und Bury Street war, ist die Tatsache, dass ich mindestens ein paar Hemden in meinem eigenen Kleiderschrank habe, die aus genau denselben wunderbaren mehrstreifigen Stoffen gefertigt sind wie die des Mannes selbst.  Er hatte ein scharfes Auge für elegante Muster, sowohl Streifen als auch Karos, und ich ertappe mich jedes Mal beim Nicken und Lächeln, wenn ich mir Fotos von ihm ansehe. Und, wie bei unserem guten Freund Maximilian Mogg, waren kontrastierende weiße Kragen und Manschetten ein Favorit von Dunne.

Und zusammen mit diesen wunderbaren Hemden trug er auch herrliche Krawatten, und er war ein Enthusiast für das, was wir bei Mogg Towers liebevoll „den Bananenknoten™“ nennen. Der wunderbare Bogen, die reizvolle Asymmetrie eines richtig gebundenen Four-in-Hand, fällt uns in der Bleibtreustraße immer wieder ins Auge.  Und für mich persönlich, der kein Grübchen (Dimple) unter seinen Knoten setzt, habe ich in Dominick einen Seelenverwandten. Denn auch er hat das Grübchen gemieden und damit optisch die Kurve in seinem BK™ noch verstärkt.  Gegen ein Grübchen ist nichts einzuwenden – Max, Tobin und der Rest unserer Gang lieben sie. Aber als einsamer Vertreter der Dimple-freien-Bruderschaft unter uns freue ich mich, dass Dunne (und meine frühere Stil-Ikone, Prinz Michael von Kent) im selben Boot sitzen wie ich. 

Die andere Sache, die ich an DD liebe, ist, dass er mit ziemlicher Sicherheit ein begeisterter Kunde von uns sein würde. Ich habe keinen Zweifel daran, dass er unsere Kollektion von exklusiven Vintage-Mehrstreifen-Hemden regelrecht verschlungen hätte, über die ich in unserem letzten ‚Hemd der Woche‘ Artikeln geschrieben habe. Es würde wenig oder gar keine Mühe erfordern, ihn von deren Vorzügen zu überzeugen. Ich bin sicher, es wäre Liebe auf den ersten Blick, so wie es bei mir war, als ich sie zum ersten Mal sah. Wir haben außerdem vor kurzem einige atemberaubende Stoffbücher von Mileta erhalten (sie sind so fantastisch!), und ich bin sicher, dass unsere neueste Stilikone sie mit der gleichen Begeisterung betrachten würde wie ich es tue.

Es wäre faszinierend gewesen, Dominick Dunne kennenzulernen, und wir könnten uns gut vorstellen, dass er auf einen Plausch und ein Glas (oder zwei) Sekt in unserem Berliner Atelier vorbeischaut. Und obwohl wir zweifellos mit ihm über sein beeindruckendes Werk und die Menschen, die er getroffen hat, sprechen würden, bin ich mir sicher, dass wir auch ein Glas auf seinen tadellosen Stil erheben würden. Denn er ist eine Legende, eine Ikone, ohne jedweden Zweifel.

BtWB/PPS