Pitti Uomo 94 – Ich kam, ich sah … nur wenig

Es war wieder soweit: Die Jungs dieser Welt schwangen sich auf ihr Pferd im Karussell Pitti und mimten die Helden von heute!  Überraschenderweise dieses Jahr ohne wirklich ersichtliche modische Neuerungen.  Stattdessen werden die bestehenden Tendenzen verfeinert:  Die Hosen werden höher und weiter.  Die Sakkos variierten in Länge, aber die Revers zeichneten sich alle durch eine vernünftige und männliche Breite aus.  Mit Farben wurde nur wenig gespielt und man hielt an den Klassikern Navy, Braun und Grau konsequent fest – hier und da konnte man den gekonnten Einsatz von Flieder, Oliv, Gelb und Eierschale bewundern.  Weiterhin beherrscht die Casualisierung die Szene.  Beliebte Mittel dafür sind: Kombinationen anstatt Anzüge, Leinen- oder Wildleder-Safari-Jacken, viel braunes Schuhwerk und sehr leichte Krawatten.  Typisch für den Sommer beherrschten die Materialien Leinen – meist in der steifen, irischen Variante -, Mohair, Fresco, Baumwolle und Mischungen der vorangegangenen die Sommergarderoben in Florenz.

Auch wenn die Überschrift es vielleicht erst anders vermuten lässt, finde ich die Bewegung zur Verfeinerung des herrschenden Stilempfindens durchweg gut.  Die bestehende, immer männlichere Ästhetik verfestigt sich und wird weiter verbessert.  Das zeugt von einem zeitlosen Nachhaltigkeitsgedanken, und da geht mir – wie soll es anders sein –  das Herz auf.

Zusatzinformationen

Bitte bedenken Sie, meine lieben Leser, dass ich alle bekloppten Zirkusmenschen von meiner Betrachtung und Analyse ausschließe.  Billig und laut verdient keinerlei Beachtung in der klassischen Herrenmode. MM/JHS

Maximilian Mogg

Kreativdirektor & Chefredakteur

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