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15. April 2020

Per Taubenkurier an Mr. Lush, City of Westminster

by

Maximilian Mogg

My dear old friend;

Na, da haben Sie die Ohren der Katze recht lang gezogen. Wie unerzogen von Ihnen. Sie wissen, Katzen mögen das gar nicht.

Sie beschweren sich, dass meine Lektürevorschläge entweder zu seicht seien oder wie ein Stein im Magen lägen. Sie seien doch nicht Kronos.

Ja, meine gröbste Unzulänglichkeit sei, ich sollte mich was schämen, die Historie übergangen zu haben. Zunächst – wie schämt sich denn eine Katze?!

Ihr Brief trieft ja regelrecht vor schlechter Laune. Woher dieses geistige Ungleichgewicht? Lassen Sie mich raten. Alle Bars geschlossen und die Freunde nicht zu greifen, keine Exkursionen. Kurz gesagt, die allgemeine Lage. Dazu hier einige Worte von meinem Freund Winston:

„Der Tag mag kommen, an dem Fairness, Nächstenliebe, Respekt vor Gerechtigkeit und Freiheit dafür sorgen, dass einstmals zerrissene Generationen gelassen und triumphierend voranschreiten können, um die schreckliche Zeit, in der wir heute noch leben müssen, hinter sich zu lassen. Verlieren Sie nie den Mut, die Ausdauer und die Hoffnung!“

Nun zu Ihrer Beschwerde: Ja, das mit der Historie ist so eine Sache. Mein alter Saufkumpan Aristoteles meint doch tatsächlich, Geschichte sei das, was Alkibiades getan und erlitten hat. Ich tu mal so, als würde das stimmen und bleibe bei Winston. Über diesen groben Schikaneur und selbstverliebten Egozentriker hat David Cannadine drei mehr als luzide Essays verfasst.

„Winston Churchill – Der Abenteurer, Monarchist und Staatsmann.“

Ein Kontrast zu diesem Vollblut einer Studie über einen Fisch- und Kaltblütigen. Der weder von Frauen getrieben wurde, noch Wein getrunken hat. Ich höre, wie Ihr Hirn arbeitet. Sie denken, nun kommt diese Katze mit Herrn Hitler. Pfui, wie können Sie nur! Allein bei diesem Namen kommt mir das Gewölle hoch. Entschuldigung! Nein, ich spreche von einer Person, an der selbst Napoleon und Robespierre zerschellten. Von einem Mann, der nur in Zimmern lebte – umgeben von Papier und lieblichen Akten. Dem selbst Talleyrand seine Referenz erwies. Dies alles und mehr ist bei Stefan Zweigs „Joseph Fouché, Bildnis eines politischen Menschen“ zu erkunden. Darin beweist Herr Zweig erneut seine phänomenale Fähigkeit, einen Leser zu verzaubern.

Nach all diesem ganzen Pulverdampf und den Intrigen lassen Sie uns einen Besuch machen. Treten wir durch die Tapetentür in einen Raum ein, der mit Kork isoliert ist. Auf dem Tisch bereits der Lindenblüten-Tee und die Madeleines. Eine gute Seele erzählt über die Zeiten, als Kamelien im Knopfloch á la mode waren. Sie erzählt so wunderlich über die Abenteuer unseres viel geliebten Freundes Marcel. Zu finden im Band von Céleste Albaret „Monsieur Proust“.

Die Lektüre dieser Aufzeichnung lässt uns entspannt atmen, denn wir sind sicher, dass das Heil in der Welt ist. Oh je!

Was auch immer über Donald Fauntleroy – der Freund von Daisy – die Historiker uns einst zu sagen haben, zum Thema der Torheit hat Frau Barbara Tuchmann eine kleine Sammlung zusammengetragen mit dem Titel „Die Torheit der Regierenden“. Offen gesagt, die Autorin ist nicht als brillant zu beschreiben, der Witz selten, aber die Geschichten sind erhellend und lassen noch Erstaunliches von Donald erwarten. Das arme Entenhausen.

Rasch noch einen Gruß, denn mein Jacobson-Organ meldet sich, Sie verstehen, es stehen wichtige Dinge an.

Farewell,

Ihr Ozelot

JHS/MM

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