────

28. Februar 2021

Geteiltes Leid ist halbes Leid

by

Maximilian Mogg

Heute möchten wir etwas anderes als die gewohnten Nachrichten zu Angeboten und Themen aus der Herrenmode mit Ihnen teilen, weil wir der Meinung sind, dass es halt Themen gibt, die man ansprechen sollte.

Mentale Gesundheit muss kein Tabuthema sein. Es ist ein Thema, das uns alle betrifft (direkt oder indirekt) und ein Thema, das noch immer sehr stark stigmatisiert ist.

Wir möchten heute durch persönliche Beispiele darauf aufmerksam machen, dass jeder mal Hilfe braucht. Teilen Sie Ihr Leid mit Freunden und Angehörigen und scheuen Sie nicht, professionell geschultes Personal aufzusuchen. 

„Jeder hat mal graue Wolken über sich – und die Wolken ziehen auch wieder vorbei.“, so dachte ich vor nicht allzu langer Zeit. Auch wollte ich mir diese Gefühle nicht wirklich eingestehen – irgendwie passte das nicht in das Bild, das ich von mir hatte bzw. haben wollte.  

Ich habe immer das Verlangen in mir, alles – auch meine Gefühle – fest im Griff zu haben.  

Als jedoch die Wolken über Wochen nicht weiterzogen und sich sogar verdunkelten, begann ich, schlimmes zu befürchten und mich einer kommenden Naturgewalt ausgesetzt zu sehen.  Eine Naturgewalt, die ich sicherlich nicht mehr „in den Griff“ bekommen würde.  Eine Naturgewalt, die sich vielleicht schon seit Jahrzehnten in mir zusammenbraute. Gefühle, über die ich nie sprechen wollte, wurden zu Geistern, die ich rief.  

Aus Angst gab ich mir einen Ruck und begann mit engen Freunden über die grauen Wolken zu sprechen – und bin dabei in offene Arme gerannt.  Es wurde mir zugehört und mir angeraten, professionelle Hilfe zu Rate zu ziehen; so wie das auch – zu meiner Überraschung – viele meiner Freunde bereits taten.  Ich folgte ihrem Rat und bin seither viele Schritte weitergekommen; kleine Rückschritte sind dabei ganz natürlich.  Ich bin auf einem guten Weg – und es ist ein schöner Weg.  Niemand sollte Scheu vor ihm haben.

In unserem engsten Freundschaftskreis gab es vor kurzer Zeit einen tragischen Fall. Mit den Gefühlen der Verwirrung, der Traurigkeit und der Erschöpfung werden wir lange kämpfen müssen. Aber wir sind nicht alleine und wir müssen nicht alleine sein. Zusammen sind wir stark, auch wenn wir leiden.

Wir werden Dich vermissen.

Folgende Nummer der TelefonSeelsorge ist stets besetzt: 0800 / 111 0 11

MM/PS